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Justina Lee Brown

Justina Lee Brown


Wenn Justina Lee Brown (*1983, Justina Ogunlolu) die Bühne betritt, bringt sie gleich mehrere musikalische Welten zusammen. Die in Lagos, Nigeria, geboren und aufgewachsene Sängerin, Songwriterin und Komponistin verbindet westafrikanische Rhythmen mit Blues, Soul, Funk und Jazz – nicht als kalkulierte Fusion, sondern als Ausdruck ihrer eigenen Biografie. Ihre Musik erzählt von Herkunft und Identität, von Verlust und Hoffnung, von gesellschaftlichen Widersprüchen und persönlicher Stärke.

Schon früh sang sie in Kirchenchören, 2006 wurde sie Zweite beim landesweiten Gesangswettbewerb «Nokia First Chance». Kurz darauf gelang ihr mit «Omo 2 Sexy» ein Hit, der in der nigerianischen Afro-Pop-Szene für Aufmerksamkeit sorgte. Der Song gilt bis heute als Meilenstein: selbstbewusst, sinnlich und musikalisch eigenständig – zu einer Zeit, als die Szene noch weitgehend von Männern geprägt war.
Mit ihrem Umzug in die Schweiz begann ein neues Kapitel. Brown entwickelte ihren Stil konsequent weiter und fand im Blues eine musikalische Sprache, die ihren afrikanischen Wurzeln ebenso Raum gibt wie Soul, Funk und Jazz. «Meine Musik ist eine Kombination aus Funk, Soul, Blues und Jazz – zusammen mit meiner Afro-Fusion. Das ist meine Identität», sagt sie. Tatsächlich entzieht sich ihre Musik jeder eindeutigen Schublade. Afrikanische Melodik trifft auf die emotionale Tiefe des Blues, warme Soul-Harmonien auf kraftvolle Grooves – immer getragen von ihrer markanten, ausdrucksstarken Stimme. «Musik ist eine universelle Sprache – entscheidend ist das Gefühl, das sie vermittelt», beschreibt sie ihr Verständnis von Musik.

Längst zählt Justina Lee Brown zu den prägenden Persönlichkeiten der europäischen Blues-Szene. Mehr als 500 Konzerte führten sie auf Festivals und Bühnen in über 30 Ländern. Zu ihren wichtigsten Erfolgen gehören das Halbfinale der International Blues Challenge in Memphis, der zweite Platz bei der European Blues Challenge sowie der Swiss Blues Award 2024, den sie als erste afrikanische Musikerin überhaupt erhielt. Ihr Album Lost Child wurde zudem von der Swiss Blues Society als bestes selbstproduziertes Soul-Blues-Album des Jahres 2023 ausgezeichnet.

Doch Auszeichnungen sind für Brown nie Selbstzweck. Ihre Lieder greifen soziale Themen ebenso auf wie persönliche Erfahrungen. So erzählt sie etwa von den Verletzungen, die Mädchen und Frauen durch Gewalt und Ausgrenzung erfahren. Inspiration schöpft sie aus ihrem Glauben und ihrem Leben: «Ich bekomme meine Inspiration von Gott und von allem, was er mir ins Herz legt.» Wer Justina Lee Brown live erlebt, begegnet einer Künstlerin, die den Blues als offene, weltumspannende Sprache versteht – verwurzelt in Afrika, gereift in Europa und getragen von einer außergewöhnlichen Bühnenpräsenz.

Location

  • Schweiz

Awards

  • European Blues Challenge, Swiss Blues Award

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