Wenn Musiker jahrzehntelang im Dienst von grossen Bandleadern stehen, nennt die Musikindustrie sie respektvoll «Sidemen». Sie sind das Fundament, auf dem Legenden entstehen können. Das Trio mit dem passenden Namen «Silent Partners» besteht aus eben solchen hochkarätigen ehemaligen Begleitmusikern, die aus dem Hintergrund ins Rampenlicht treten. Sie bringen dieses tiefe Verständnis für den Blues mit, das man nicht auf Schulen lernt, sondern nur auf Bühnen bei unzähligen Auftritten und auf ausgiebigen Tourneen.
Die DNA dieser Band ist sehr mit einem prägenden Namen des Genres verbunden, den wir in Luzern bestens kennen und verehren. Der legendäre, verstorbene Soul-Blues-Sänger Otis Clay ist ein entscheidender Fixpunkt in der Geschichte der Musiker. Seine hochenergetischen Shows verlangten eine Rhythmusgruppe, die wie ein Schweizer Uhrwerk funktionierte, aber gleichzeitig die Emotionalität des Soul atmete. Diese anspruchsvolle Schule des maximalen Grooves prägte das Zusammenspiel der Silent Partners bis heute. Sie wissen genau, wie man die Dynamik eines Songs kontrolliert und ein Publikum ohne billige Effekte fesselt.
Der Motor des Trios ist Schlagzeuger Tony «TC» Coleman, der noch heute sagt, Otis sei einer seiner besten Freunde gewesen und er hätte ihm alles zu verdanken; er vermisse ihn bis heute beinahe täglich. Bekannt geworden ist Coleman nach der Arbeit mit Otis Clay , weil er über ein Vierteljahrhundert lang das Tempo für den «König des Blues», B.B. King, vorgab. Coleman spielte unter anderen auch noch für Albert King, Bobby «Blue» Bland oder Koko Taylor. Seine rhythmische Philosophie ist purer Minimalismus: «Spiel nicht den kompliziertesten Schlag, den du beherrschst, sondern exakt den einen Akzent, den der Song in diesem Moment braucht.»
Den rhythmischen Gegenpol bildet Russell Jackson am Bass. Jackson, der ebenfalls sieben Jahre lang an der Seite von B.B. King die Welt bereiste, war einer der ersten Musiker, der die funkige «Slap-Technik» erfolgreich in den traditionellen Blues übertrug. Seine Basslinien sind wuchtig, melodisch und bilden zusammen mit Colemans Schlagzeug eines der am besten eingespielten Rhythmus-Gespanne, die der Blues derzeit zu bieten hat. Die Riege der Cracks komplettiert Jonathan Ellison an Gitarre und Gesang. Ellison leitete jahrelang die Begleitband der Soul-Blues-Ikone Denise LaSalle. Er ergänzt die Rhythmusgruppe mit schneidenden Gitarrenriffs und einer kraftvollen, vom Gospel geschulten Stimme. Und Ellison brachte es im Gespräch mit dem Blues Blast Magazine auf den Punkt: «Es ist eigentlich wie beim Kuchenbacken – einzeln schmecken die Zutaten vielleicht nicht besonders, aber wenn man sie richtig zusammenrührt, kommt etwas richtig Gutes dabei heraus.»
Auf der Bühne des Lucerne Blues Festivals wird sich zeigen, was das Blues Blast Magazine meinte, als es festhielt: «Das ist heissester zeitgenössischer Blues, der das Publikum garantiert nach mehr betteln lässt. Angetrieben von einer der besten Rhythmusgruppen, die je eine Blues-Bühne betreten hat. Das ist tiefgründiger Blues von Künstlern, die ihr Handwerk wirklich verstehen.»
