Ein würdiger Abschluss – Blues bis in den Morgen: Der letzte Abend des Lucerne Blues Festival
15. November 2025
Autor: Lucerne Blues Festival
Es war, als wollte der Blues selbst nicht aufhören – als wüsste er, dass dies die letzte Nacht war. Der Abschlussabend des Lucerne Blues Festival war alles, was man sich wünschen konnte: Leidenschaft, Energie, und diese magische Verbindung zwischen Bühne und Publikum, die nur entsteht, wenn Musik direkt aus der Seele kommt.
Schon früh war klar: Das wird kein gewöhnlicher Konzertabend – das wird eine Nacht zum Erinnern.
Die Austin John Band eröffnete mit einem kraftvollen Set, das von Anfang an die Temperatur im Saal in die Höhe trieb. Austin John – mit seiner markanten Stimme und dieser unverkennbaren Mischung aus Southern Drive und Chicago Feeling – brachte Groove, Herz und jede Menge Spielfreude. Seine Gitarre sang, kratzte, schrie – und das Publikum war sofort dabei.
Dann übernahmen Jerry Portnoy’s Chicago Blues All-Stars – ein Name, der verpflichtet, und wie sie lieferten! Jerry Portnoy, die Mundharmonika-Legende, entlockte seinem Instrument Töne, die zwischen Wehmut und Triumph schwangen. Jeder Song klang wie eine Reise durch die Geschichte des Blues – ehrlich, rau, und voller Leben. Wenn die All-Stars spielten, stand die Zeit still.
Mit Vanessa Collier kam dann pure Energie auf die Bühne – Saxophon, Gesang, Präsenz! Sie war die Verkörperung moderner Bluespower: funky, dynamisch, mit einem unwiderstehlichen Lächeln. Ihr Set war eine Explosion aus Soul, Jazz und purer Freude – Standing Ovations inklusive.
Chris Corcoran führte das Publikum mit seiner Blues Band dann auf eine elegantere, fast tänzerische Spur. Sein Gitarrenspiel – geschmeidig, präzise und voller Gefühl – war wie eine Hommage an die grossen britischen Bluesmen, aber mit einer ganz eigenen Note. Perfekte Balance zwischen Technik und Emotion.
Und dann – zum krönenden Abschluss – B.B. & The Blues Shacks feat. Knock-Out Greg. Wenn diese Jungs die Bühne betreten, ist klar: Jetzt wird’s heiss. Tight wie eh und je, mitreissend, charmant – sie spielten, als gäbe es kein Morgen. Knock-Out Greg und Michael Arlt lieferten sich Harp- und Gesangsduelle, die das Publikum förmlich in Ekstase versetzten.
Gegen vier Uhr morgens war der letzte Ton verklungen – aber niemand wollte wirklich gehen. Menschen umarmten sich, lachten, tauschten letzte Festivalgeschichten. Draussen wehte die kalte Luzerner Nachtluft, drinnen war’s noch warm vom Groove. Der Blues hatte wieder getan, was er am besten kann: uns verbinden, berühren, zum Leben erwecken.
Ein würdiger Abschluss eines unvergesslichen Festivals. Bis zum nächsten Jahr – wenn Luzern wieder blau leuchtet.
Impressionen von Bruno Gisi